Am letzten Tag des Jahres 2024 machten wir uns auf den Weg zurück Richtung Süden. Für Silvester hatten wir nicht wirklich einen Plan - und verschliefen Mitternacht in einer kleinen, nicht wirklich erwähnenswerten Stadt namens Carnarvon etwa 4 Fahrstunden südlich von Exmouth. Die wiederum vierstündige Fahrt am 1. Januar führte uns dann nach Shark Bay bzw. Denham, wo wir ein paar Tage verbringen wollten. Irgendwie hatten wir gar nicht daran gedacht, dass es in Shark Bay ja vielleicht auch ganz gut zum Tauchen sein könnte (obwohl der Name ja eigentlich ganz viel versprechend ist), denn wir hatten uns fürs Tauchen vor allem aufs Ningaloo Reef in Exmouth gefreut, welches wir schon von zu Hause aus geplant hatten.
Have a sip :)
Have a sip :)
Zum Glück fragten wir aber noch bei Google nach, wie es denn so aussieht mit Tauchen – und als wir auf der Webseite des Tauchcenters sahen, dass im Dezember & Januar „Walhai-Zeit“ ist und sie das ganze Jahr Chancen auf Mantas haben, ist die Entscheidung dann eigentlich schon gefallen, dass wir einen Tag auf dem Boot buchen und zwei Tauchgänge machen. Trotz den Erwähnungen auf der Webseite machten wir uns aber nicht zu viel Hoffnung auf „etwas grosses“, denn es ist immer selten, diese zu sehen, wenn man nicht gerade bei einer „Putz- oder Fressstation“ taucht. Nach einer etwas rauen Bootsfahrt zum ersten Tauchgang sprangen wir dann auch schon ins doch kühlere Wasser als in Exmouth und wurden von einer relativ starken Strömung erwartet. Auch die Sicht war nicht super – das ist aber zu dieser Jahreszeit üblich und ist auch der Grund, wieso man Mantas und Walhaie sehen kann, denn das Plankton, welches diese Essen, macht das Wasser trüb. Nach schon etwas 10 Minuten unter Wasser schwamm dann tatsächlich aus dem Nichts ein wunderschöner, rieseger Mantarochen in unsere Richtung und drehte ein paar Runden um uns herum. 😍 Es war uuunglaublich schön, das Tier so Nahe und ruhig beobachten zu können (in Fiji, wo wir das letzte Mal Mantas sahen, war es deutlich hektischer, da wir am Schnorcheln waren und viel mehr Leute da waren). Auch der Rest des Tauchgangs war schön, aber das Highlight war natürlich schon der Manta. 😉
Mantaaaa Ray
Mantaaaa Ray
Zwischen den Tauchgängen machten wir noch einen kurzen Stopp am Steep Point, welcher der westlichste Punkt von Australien ist. Und dann ging es auch schon wieder ins Wasser für den zweiten Tauchgäng. Dieser startete etwas ruhiger und wir konnten das Riff namens „Purple Rain“ – aufgrund der weichen violetten Koralle, die es dort hat – geniessen. Wir warfen aber natürlich auch immer wieder Blicke weg vom Riff ins Blaue, in der Hoffnung, noch einmal von einem Manta überrascht zu werden. Das passierte zwar nicht, aber gegen Ende des Tauchgang sahen wir noch etwas fast spektakuläreres: mehrere Hundert Cownose Rays (Atlantischer Kuhnasenrochen) schwebten an uns vorbei. Die beiden Tauchgänge waren also beide wunderschön und einzigartig. Wir hatten übrigens einfach extrem viel Glück: den letzten Manta hatten sie vor über einem Jahr an diesem Tauchplatz gesehen, und die Cownose Rays noch nie an dem Tauchplatz.
Abdruck der Taucherbrille oder Altersfalte?
Abdruck der Taucherbrille oder Altersfalte?
Cownose Ray
Cownose Ray
Ansonsten ist Shark Bay vor allem bekannt für schöne Strände, besonders den Shell Beach, welcher komplett aus Muscheln besteht. Das Wasser dort ist doppelt so salzig wie das „normale“ Meer, weshalb es ausser den Muscheln und ein paar Fischen nicht viele Lebewesen hat.
Shell Beach
Shell Beach
Äs isch e chli hell :)
Äs isch e chli hell :)
Weiter südlich besuchten wir dann den Kalbarri National Park. Wir starteten relativ früh (doch nicht früh genug – der eine Wanderweg ist ab 7 Uhr morgens geschlossen, weil es zu heiss ist) und besuchten die verschiedenen Lookouts und kurze Trails zum Fluss, der durch den Nationalpark fliesst. Auch hier war es wieder wunderschön, und so ganz anders, als die anderen Orte, die wir bisher besucht haben. Der Nationalpark erstreckt sich auch bis an die Küste, und am nächsten Tag besuchten wir noch ein paar Lookouts am Meer und wurden mal wieder mit Delfinen belohnt. 🥹
Der nächste Stopp hiess Jurien Bay, ein Ort, der für seine Seelöwen bekannt ist. Hier hatten wir eine Tour gebucht, bei der man mit Seelöwen schwimmen kann. Die Australischen Seelöwen sind geschützt und entsprechend ist auch auf allen Touren sehr stark geregelt, wie es abläuft. Auf der Insel, die wir ansteuerten, sind immer Seelöwen zu sehen – doch auf die Insel selbst darf man nicht. Es gibt zudem eine Schutzzone um die Insel herum, in die keine Boote und keine Menschen hineindürfen, und jedes Boot hat eine zeitliche Begrenzung, dass es maximal 100 Minuten an der Boje bleiben darf und alle Schnorchler maximal 45 Minuten im Wasser sein dürfen. Entsprechend müssen die Seelöwen von sich aus entscheiden, zu den Menschen zu kommen. Es kann also auch sein, dass man die Seelöwen nur von weitem und nicht im Wasser sieht. Direkt bei unserer Ankunft sahen wir bereits ein paar Seelöwen herumschwimmen und deshalb gingen wir relativ rasch ins Wasser, um zu schauen, ob sie mit uns interagieren wollen. Und schon kurz darauf entschied sich „Chomp“, ein 10-monate alter Seelöwe, mit uns zu spielen. 😍  Er schwamm an uns vorbei, machte Saltos, Pirouetten und versuchte, uns in die Flossen zu beissen. (Man muss immer einen Meter Abstand halten, ist auch eine Regel – gar nicht mal so einfach, wenn sich der Seelöwe nicht daran hält. 😉) Chomp hat sich dann auch etwas in Nico verliebt – wenn er nicht gerade bei unserer Guidin war, hat er sich meistens bei Nico aufgehalten und die beiden sind zusammen rumgetaucht. (Wir haben uns natürlich auch in ihn verliebt, denn es war wirklich zuckersüss, wie er mit uns interagiert hat). Auch hier hatten wir also mal wieder ein Riesen-Glück, dass wir fast unsere ganze Zeit im Wasser mit einem jungen, verspielten Seelöwen verbringen konnten. Ein etwas älterer Seelöwe kam auch noch kurz vorbei, der war aber deutlich weniger verspielt und hat uns einfach etwas beobachtet.
Land-Doggo
Land-Doggo
Sea-Doggo
Sea-Doggo
Chomp
Chomp
Am gleichen Tag besuchten wir dann auch noch „The Pinnacles Desert“, welche auch sehr eindrücklich war – aber nach dem Erlebnis am Morgen natürlich etwas langweilig. 😉​​​​​​​​​​​​​​
Der letzte Stopp, den wir nördlich von Perth machten, war in den Lancelin Sand Dunes. Diese sind bekannt fürs Sandboarding (und Quad- und Sandbuggy-Fahren). Wir versuchten uns beim Sandboarding – was uns erstaunlicherweise gar nicht so schlecht gelang. 😉 Die ganz steilen Bereiche trauten wir uns zwar nur sitzend, aber in den weniger steilen Teilen konnten wir auch das eine oder andere Mal die ganze Fahrt stehen. Das war eine sehr coole Erfahrung, auch wenn wir dann komplett voll Sand waren und jetzt wohl die restliche Zeit im Camper noch Sand finden werden. 😁
Good
Good
Not so good
Not so good

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