Reisetag nach Hakone
Die Reise von Tokio nach Hakone, war zum ersten Mal in Japan eine richtige Herausforderung. In Tokio war die Metro extrem einfach «zu bedienen» und wir fanden uns super zurecht. Es war auch immer alles schön auf Englisch und mit Nummern angeschrieben (Fun Fact, die Zahlen in Japan sind die gleichen wie wir verwenden  ). Um von Tokio nach Odawara zu kommen, hatten wir bereits im Voraus ein Zugticket gekauft. Und diesen Zug fanden wir auch ohne Probleme, da das Metro und Zug-System einheitlich ist.
Dann in Odawara sollten wir einen Bus in Richtung Hakone nehmen. Laut Google Maps alles ganz einfach, (ausser, dass der Bus sowie die Richtung nur in Japanisch angeschrieben waren. Aber da dachten wir noch, das finden wir ja schon, wenn wir sehen, wie es aussieht) doch in Odawara angekommen, war das erste Problem, dass wir nicht wussten, wo wir ein Ticket kaufen können. In Tokio gab es Schalter und Automaten – in Odawara gab es die zwar auch, aber nur für die Züge.
Ein anderer Tourist, der auch nach Hakone wollte, meinte, dass man das ja ganz einfach übers Handy machen kann. Nach etwas googlen, fanden wir heraus, dass es schon ganz einfach wäre – doch Nicos Handy unterstützt kein kontaktloses Zahlen, deshalb klappte das nicht. Dann hätte es aufladbare Karten gegeben, doch die waren alle ausverkauft.
Nach etwas hin und her, fanden wir dann doch ein Bus Ticket Office und versuchten dort unser Glück. Dort erhielten wir die Meldung, dass wir wegen Stau besser den Zug zu einer anderen Station nehmen und dann ab dort den Bus. Also machten wir uns auf zum nächsten Ticket-Automaten (da dachten wir, die kennen wir ja schon aus Tokio) und wollten den Ankunftsort eingeben – doch den gab es nicht. Wir sahen wohl schon ziemlich verzweifelt aus, denn schon bald fragte uns ein alter Mann, wo wir denn hin wollen.
Er merkte, dass wir am falschen Automaten standen – denn es gab von dieser Station aus zwei verschiedene Zug-Linien, die nicht die gleichen Automaten verwenden. Er hat uns dann geholfen, am richtigen Schalter das richtige Ticket zu lösen, und war am Schluss sogar so lieb, und bis auf Gleis zu begleiten, damit wir auch bestimmt den richtigen Zug nehmen. Spannend war, dass er wohl nur so 5 Wörter Englisch konnte – aber uns trotzdem half und die ganze Zeit auf Japanisch mit uns sprach. 
Als wir dann endlich in Hakone-Yumoto ankamen, fanden wir zum Glück schnell den richtigen Bus und haben es doch noch nach Hakone geschafft. Das Busticket konnte man übrigens auch einfach in bar beim Busfahrer bezahlen ;) Dann konnten wir erfolgreich in unserem ersten Kapsel-Hotel einchecken.
Zum Abendessen holten wir uns mal wieder diverse kleine Sachen aus dem 7-11, die wir dann am See bei einem Sonnenuntergang genossen.​​​​​​​
Tag 1 in Hakone
Hakone ist eine Kleinstadt (fühlt sich eher an wie ein Dorf 😉 ) in den japanischen Bergen, direkt am Ashi-See, von der aus man den Mount Fuji sehen sollte (wenn das Wetter passt). Wir haben uns am Vorabend etwas informiert, was wir denn hier alles machen können, und fanden den «Hakone Free Pass». Ein Pass, mit dem alle Busse und auch ein Schiff und eine Seilbahn inklusive war. Mit dem komplizierten Kaufen der Bustickets eine praktische Option, um weiter Ticketkäufe zum Umgehen. Und das Schiff und Seilbahn tönte nach einem spannenden Tagesausflug.
So machten wir uns am Morgen auf den Weg, um mit dem ersten Schiff zur Seilbahnstation zu fahren. Hakone ist ein beliebter Ort für Tagestouristen – deshalb wollten wir möglichst früh auf dem Schiff sein (also – das erste Schiff fahrt um 09.40 Uhr 😉 ), um den Massen noch etwas zu entkommen.
Eine kurze aber sehr schöne Fahrt über den See mit einem «Piratenschiff», sind wir dann bei der Seilbahnstation angekommen. Im Vergleich zu Schweizer Seilbahnen, wo man ja immer über den Bäumen fährt, war diese fast im Wald drin. Ansonsten aber nicht wirklich spektakulär. Am obersten Punkt, in Owakudani, stiegen wir aus und es kam uns direkt ein Schwefel-Geruch entgegen. Denn Owakudani ist ein Vulkantal mit aktiven Schwefelschloten und heissen Quellen, das durch einen Vulkanausbruch vor über 3.000 Jahren entstanden ist.
Da besuchten wir noch ein Geo-Museum, wo wir mehr über den Vulkanausbruch und die heissen Quellen erfuhren.
Wir nahmen dann die Gondel auf der anderen Seite wieder nach unten und entschieden uns, noch einen Wasserfall, den wir auf Google Maps entdeckt hatten, zu besuchen. Dazu mussten wir mal wieder einen Bus nehmen, den wir zum Glück aber mehr oder weniger auf Anhieb gefunden haben. Dann war es ein kurzer Spaziergang zum Wasserfall.
Wir machten uns dann auf den Weg zurück in unser Dorf, wo wir beschlossen, noch zum nächsten kleinen Dorf zu spazieren. Dazu gingen wir durch einen Park, der wunderschön war und eine tolle Aussicht auf den See hatte. (Für Salome bisher das Highlight) Hier hat es auch kurz mal geregnet und es war wohl das erste Mal, seit wir in Japan angekommen sind, eine einigermassen angenehme Lufttemperatur. 😉
Dann ging es wieder mit dem Schiff zurück in unser Dorf und wir machten uns auf den Weg in den 7-11, um uns Essen fürs Nachtessen zu holen. Das war das erste Mal etwas eine Challenge, da Salome die «Fertig-Sachen» aus dem 7-11 (also die Reisbällchen etc.) schon etwas verleidet sind und es sonst nicht viel Veganes gibt. Zum Glück hatten wir aber unterwegs in einem kleinen Laden nebst veganen Donut-Cakes auch vegane Ramen-Fertig-Nudeln gekauft, die wir dann in unserem Hotel «kochen» konnten.  ​​​​​​​
Tag 2 in Hakone
Für den zweiten Tag hatten wir uns vorgenommen, auf einen Berg bei uns in der Nähe zu wandern, wo auf dem Gipfel ein Schrein steht und wir mit der Gondel wieder nach unten fahren können. Am Abend vorher haben wir uns noch etwas im Internet informiert, ob es einen offiziellen Wanderweg gibt – sind aber nicht so richtig fündig geworden. In den meisten Berichten gehen sie mit der Gondel nach oben und wandern dann nach unten. Daher gingen wir davon aus, dass es ja schon einen Wanderweg gibt und uns Google Maps bestimmt den richtigen Weg angibt.
Bevor wir starteten, besuchten wir noch einen Schrein in der Nähe des Sees, wo ein Tor im Wasser steht. Das hatten wir bereits am Vortag vom Boot ausgesehen und wollten es auch noch an Land bewundern.
Wir sind dann losgewandert, sind uns an vielen Wohnhäusern (wahrscheinlich sind es Wohnhäuser?!), einem Golfplatz und viel Wald vorbeigekommen. Nach etwa 30 Minuten standen wir vor einem verschlossenen Tor mit einem Schild «Warning, No Trespassing». Allerdings stimmte das Datum eigentlich nicht überein mit dem aktuellen Datum – laut dem Schild sollte der Weg im September und Oktober gesperrt sein. Wir hatten dann aber keine andere Wahl, als umzudrehen.
Dafür haben wir in der Nähe noch ein paar in Steine gemeisselte Buddhas bewundert, und haben uns dann dazu entschieden, halt mit der Gondel hoch und runter zu fahren. So waren wir dann doch etwa 1.5h unterwegs, da wir uns zu Fuss dem Weg zur Gondel widmeten. Und unterwegs konnten wir endlich einen Blick auf den Mount Fuji werfen, der bisher immer in den Wolken verborgen war.
Oben angekommen war auch unser Gipfel in den Wolken verborgen, doch es lüftete sich bald wieder etwas. Wir genossen den Ausblick und verweilten etwas auf dem Gipfel.
Dann entschieden wir uns für den Rückweg wieder das Boot vom vorigen Tag zu nehmen und kamen so zurück in unser Dorf.
Da es nicht mehr viel anderes zu entdecken gab und wir auch schon ziemlich müde Beine hatten, entschieden wir an diesem Nachmittag einfach ein wenig auszuruhen und uns auf die Reise nach Takayama am nächsten Tag vorzubereiten. Den Abend liessen wir wieder beim Sonnenuntergang am See ausklingen. Hakone hat uns sehr gut gefallen, es ist ein unglaublich schöner Ort, umgeben von Natur. Im Vergleich zur Schweiz sind die Wälder viel dichter und grüner. Es war sehr schön, ein paar Tage in der Natur zu verbringen. Auch das Kapselhotel war eine coole Erfahrung.
Reisetag nach Takayama
Wir machten uns am Morgen früh auf den Weg Richtung Busstation, um den ersten Bus nach Hakone-Yumoto zu nehmen. Da wir wussten, dass wir einen langen Reisetag vor uns hatten, und das erste Mal mit einem Shinkansen-Zug fahren würden, wollten wir etwas früher in der Station Odawara sein, um uns noch etwas Verpflegung für unterwegs zu besorgen. Ausserdem rechneten wir noch ein, dass evtl. auch wieder Stau sein könnte, wie beim Hinweg. Deshalb waren wir schlussendlich fast 2 Stunden zu früh am Bahnhof, ca. um 08.00 Uhr. Wir wollten uns dann am Ticket-Reservations-Automaten unsere Sitzplatzreservationen ausdrucken (man kann die Plätze online reservieren, braucht aber dann doch noch ein physisches Ticket). Wir konnten unsere Pässe einscannen, fanden die Sitzplatzreservation – doch wir konnten sie nicht ausdrucken. Neben den Tickets stand ein Zeichen, dass wir uns beim Personal melden sollen. Direkt neben dem Automaten hatte es zwar einen Schalter, doch der machte erst um 09.30 Uhr auf – und unser Zug war für 10:07 geplant. Schon da hatten wir ein blödes Gefühl, denn wir wussten auch nicht, wo genau dann unser Zug fährt. Zum Glück hatte Nico dann die Idee, kurz auf Google Maps zu schauen, ob es vielleicht einen anderen Schalter gibt, der bereits geöffnet hat. Und zum Glück war dem so.  Wir gingen also zu dem Schalter, und sahen bereits am Eingang ein Schild: am 16. August ist der Betrieb von den meisten Shinkansen-Linien eingestellt, da eine Taifun-Warnung steht. ​​​​​​​
Zum Glück hatte es einen netten Mitarbeiter, der uns dann weiterhalf. Er meinte, wir können auch mit den lokalen Zügen nach Takayama fahren – es dauert einfach vielleicht 10 Stunden (statt 4.5h). Phu – das ist schon deutlich länger. Wir besprachen kurz, was mir machen wollen – denn in Odawara gestrandet zu sein, wäre auch nicht so schön – vor allem, weil wir das Hotel für den Abend ja bereits gebucht hatten und dann auch weitere Pläne nach Takayama hatten.
Wir kamen zum Schluss, dass wir uns halt die 10 Stunden Zugfahrt antun. Der Mitarbeiter suchte uns dann die Zugstrecke heraus, und zum Glück waren es doch nicht ganz 10 Stunden, denn im Inland von Japan hatte es noch eine Shinkansen-Linie, die noch in Betrieb war. So waren ca. 6h geplant, mit 5x umsteigen. Nachdem uns der Mitarbeiter etwa 3x gefragt hat, ob wir das wirklich machen wollen, und dass es sein könnte, dass wir unterwegs stecken bleiben, haben wir uns dann aber trotzdem dafür entschieden, die Reise anzutreten und er reservierte uns die Sitzplätze.
Wir nahmen also den nächsten Zug nach Tokio, wo wir dann auf den Shinkansen umsteigen mussten. Auf dem Weg nach Tokio erstellten wir schon mal einen Plan B, was wir machen, falls wir nicht mit dem Shinkansen weiterfahren könnten.
Glücklicherweise wurde aber die Shinkansen-Linie nach Tayoma weiterhin betrieben und wir konnten unsere Reise fortsetzen. Wir wussten, wenn wir mal in Tayoma sind, sollte es kein Problem mehr sein – denn der Taifun betrifft hauptsächlich die Ostküste und wir sind dann im Westen bzw. wollen weiter ins Innere von Japan.
Trotzdem waren wir froh, als wir in Tayoma angekommen sind uns unseren nächsten Zug fanden. Dieser fühlte sich an wie eine S-Bahn und fuhr durch Dörfer und Reisfelder, die wirklich schön waren, zum Durchfahren. Wir stiegen dann auch noch einmal um, irgendwo im Nirgendwo, und kamen dann endlich in Takayama an. Von hier mussten wir nur noch den richtigen Bus finden und waren kurz darauf in unserem Hotel.
Dieses Hotel hier ist ein «Ryokan», das ist eine Art traditionelles japanisches Gasthaus. Das hiess, am Eingang zogen wir unsere Schuhe aus und erhielten Hausschuhe, unsere Betten sind Futon-Betten am Boden und es gibt Gemeinschaftsbäder inklusive einem Onsen-Bad (ein Bad mit Wasser aus einer heissen Quelle).
Wir genossen also direkt mal ein heisses Bad, um uns von dem stressigen Tag zu erholen. Danach machten wir uns auf den Weg, etwas zu essen und erkundeten schon ein wenig die Stadt. Doch wir gingen bald wieder zurück und fielen erschöpft ins Bett.
Achja – und weil uns der Tag noch nicht herausfordernd genug war, haben wir auch das erste Mal gewaschen – mit einer Maschine, die so aussah:
Auch hier hat es natürlich nicht auf Anhieb geklappt und der nette Mann vom Gasthaus musste noch die Maschine halb auseinander nehmen, damit unsere Wäsche dann auch trocken war. 😉
Tag in Takayama
Am nächsten Morgen wachten wir erstaunlich erholt auf (wir hatten mit mehr Rückenschmerzen oder ähnlichem gerechnet, nach einer Nacht auf dem «Boden») und fuhren mit dem Shuttle Bus vom Ryokan in die Stadt, mit dem Ziel den Markt zu Besuchen.
Der Markt in Takayama gilt als der grösste in ganz Japan (ca. 60 Stände) und verkauft neben frischen Lebensmitteln auch diverse Souvenirs. Was wir am Markt feststellten, ist dass die Hunde in Japan wie kleine Kinder behandelt werden. Die meisten Hunde tragen ein kleines «Mänteli» und werden in speziellen Wägen geschoben. Nach dem Märit liefen wir Richtung Altstadt. Als wir bei einem kleinen Dango Stand diese bestellen wollte, wurden wir von einer alten Frau angequatscht. Sie hat ca. 5min auf uns ein geredet, für uns Dangos bestellt und uns versucht zu erklären, dass sie Taub ist und uns nicht verstehen kann (obwohl sie uns wohl so oder so nicht verstanden hätte ;)). Aber alles in allem ein sehr lustiges Erlebnis.
Am Mittag erkundeten wir noch etwas die Altstadt und gingen dann am späteren Nachmittag zurück ins Ryokan. Dort angekommen, genossen wir noch ein letztes Mal die Onsen und machten uns dann bereit für das Abendessen.
Wir hatten einen Tisch reserviert in einem kleinen Restaurant, welches von einem japanischen Ehepaar geführt wird. Es war zwar mit Abstand das teuerste Abendessen, aber auch das beste von allen. Die beiden waren sehr freundlich und zuvorkommend und das Essen und der Sake war ausgezeichnet.
Sie waren am Ende so lieb, dass Sie uns mit ihrem Auto zurück zum Ryokan stellten, da sie meinten 30 min zu Fuss zurück zu laufen sei zu weit. Und da merkten wir einmal mehr, dass die Leute von Japan sehr lieb, höflich und zuvorkommend sind.
Und das war auch schon der Aufenthalt in Takayama, weiter geht es nun nach Kanazawa.

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