Unseren letzten Tag in Vietnam verbrachten wir hauptsächlich mit Warten: um 19:45 Uhr sollte nämlich unser Nachtbus fahren, welcher uns über die Grenze nach Laos, genauer gesagt nach Nong Khiaw bringen sollte (geplante Ankunft: 16:40 Uhr 😴). An der Bushaltestelle treffen wir dann auch direkt ein paar andere Touristen mit dem gleichen Plan, interessanterweise stand aber auf ihren Tickets, dass der Bus um 19:15 Uhr abfährt. Aber so läuft das hier nun mal, wirklich pünktlich fährt eh nichts. 😉 Um 20:00 Uhr wurden wir dann abgeholt und quetschten uns mal wieder in einen Schlafbus der tiefsten Kategorie, weil hier gar keine anderen fahren. Trotzdem konnten wir zum Glück ein wenig schlafen, bis wir dann morgens um ca. 05:00 Uhr aus dem Schlafbus aussteigen mussten und auf einen Minivan umstiegen (auf den wir wiederum eine halbe Stunde an der Bushaltestelle warteten und eine weitere halbe Stunde, bis er abgefahren ist). Dann ging es endlich Richtung Grenze und wir waren schon ein bisschen nervös, ob mit der Einreise alles klappt. Als Schweizer*innen brauchen wir für 14 Tage in Laos kein Visum, aber es fühlte sich irgendwie etwas falsch an, so ohne Dokument einzureisen – vor allem, weil die anderen alle ein Visum brauchten und dieses auch bereits im Pass hatten. Zum Glück lief aber sowohl bei der Ausreise aus Vietnam wie bei der Einreise in Laos alles reibungslos ab und wir haben den Stempel für unsere 14 Tage erhalten. Jetzt hiess es, einfach noch «etwas» Minivan fahren – und einmal umsteigen (wovon wir erst vor Ort erfuhren, denn eigentlich war unser Ticket nur mit 1x umsteigen). Ausserdem bedeutete das Umsteigen nicht einfach umsteigen, sondern wir mussten noch mit einem Tuktuk vom ersten Minivan zur Busstation gefahren werden. Bei der Bussstation angekommen (ca. um 15:00 Uhr) hiess es dann, der Minivan fährt um 17:00 Uhr (eigentlich hätten wir ja um 16:40 an unserem Ankunftsort ankommen sollen, aber der war noch 3 Stunden Fahrt entfernt 😅). Wir fuhren dann doch um 16:15 los, warteten unterwegs aber noch fast eine Stunde auf 2 Personen, die von einem anderen Van umsteigen mussten. So erreichten wir dann um 20:15 Uhr endlich Nong Khiaw, assen unser erstes laotisches Essen und fielen dann ziemlich schnell völlig erschöpft ins Bett. Wir hatten ja schon ein paar anstrengende Reisetage, aber an diesen kommt wohl nichts heran – auch, weil die Strassen hier mehr Schlaglöcher als Teer haben. 😉
Da wir eben nur die 14 Tage in Laos haben, ist unser Programm ziemlich durchgetaktet und wir hatten direkt für den nächsten Tag eine etwas längere Wanderung geplant. Leider machte uns der Regen einen Strich durch die Rechnung (aktuell ist Regensaison, wir hatten also ein wenig damit gerechnet), denn die Wanderwege hier sind hauptsächlich Naturboden und Lehm, was in Kombination mit Regen nicht so toll ist. Nach einem weiteren super leckeren Mitttagessen zeigte sich dann doch noch ein wenig die Sonne und wir wagten es, einen Abschnitt der Wanderung trotzdem zu machen. Wir hatten definitiv richtig entschieden, nicht die ganze Wanderung zu machen, denn schon auf dem ersten kurzen Abschnitt war der Weg extrem steil und rutschig. Wir schafften es mit sehr dreckigen Schuhen aber auf den Aussichtspunkt und die Anstrengung hatte sich definitiv gelohnt, denn die Aussicht war wirklich schön!
Nong Khiaw
Pad Thai
Lemon mint Drink
Am nächsten Tag ging es dann bereits weiter nach Muang Hiam, den Ausgangspunkt für den Nam et Phou Louey Nationalpark. Der Bus dorthin fuhr zwar erst am Abend, aber da es auch an diesem Morgen regnete, trauten wir uns auf keinen weiteren Aussichtspunkt und harrten den Tag in verschiedenen Cafés und unserem Zimmer aus (und erholten uns noch ein wenig von der langen Reise). Auch vor dieser nächsten Reise hatten wir etwas Respekt, denn es hiess, sie dauert 5-6h, also sollten wir ca. um Mitternacht in Muang Hiam ankommen, und am nächsten Morgen geht es dann direkt um 08:00 Uhr los in den Nationalpark. Im Bus merkten wir allerdings schnell, dass wir deutlich langsamer unterwegs sind als diese 5-6h. Etwas frustriert kamen wir dann auch erst um 2:15 Uhr morgens an, wir hatten für die 167 Kilometer also etwa 8 Stunden (das gibt eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 20km/h). Die Strasse sei wegen der Regensaison noch schlechter als eh schon, deshalb dauert alles etwas länger als eh schon. 😭
Nichtsdestotrotz freuten wir uns am nächsten Morgen auf unseren Ausflug in den Dschungel des Nam Et Phou Louey Nationalpark. Wir hatten nämlich eine «Nam River Night Safari» gebucht, in welcher wir mit dem Boot den Fluss hochfahren, inklusive Wildlife-Spotting im Dunkeln nach dem Sonnenuntergang, dann im Dschungel übernachten und am nächsten Morgen wieder den Fluss hinunterfahren und dabei noch Vögel beobachten. Im Nationalpark gibt es diverse Wildtiere, die sehr selten sind, wie auch wilde Katzen (auf welche wir natürlich gehofft hatten 😍). Die Region war auch mal sehr bekannt für ihre grosse Anzahl an Tigern, leider wurde aber seit 2015 keine bestätigte Sichtung mehr gemacht. Es würde allerdings auch nicht kommuniziert werden, falls ein Tiger gesichtet wird – denn in der Region wird immer noch sehr viel illegal gejagt. Die illegalen Jagden zu verringern, ist auch das Ziel der Safaris, die man als Tourist buchen kann: zum einen sind die Guides der Touren ehemalige Wilderer, die dank dem Job als Guide etwas Geld verdienen und nicht mehr illegal jagen müssen, zum anderen erhalten die Dörfer rund um den Nationalpark Geld für jedes Wildtier, das von einem Touristen gesichtet wird. Die Bussen fürs illegale Jagen sind übrigens auch ziemlich hoch: je nach Tier um die 80'000'000 Lao Kip (= 3'060 CHF). Im Verhältnis dazu: die ärmsten im Land hier, meistens die Bauern, verdienen im Jahr ca. 10'000'000 Lao Kip (= ca. 400 CHF). 🤯
Ausgerüstet mit Fernglas und einem laminierten Blatt mit den Spezies, die selten sind und man sichten könnte, starteten wir nach dem Kennenlernen unserer Guides dann die Fahrt flussaufwärts in den Nationalpark. Unser Captain konnte das schmale, aber lange Boot erstaunlich flink bewegen und wir fuhren auch über Absätze, wo uns irgendwie nicht erklärbar ist, wie wir da «hoch»kamen. 😉 Wir hatten übrigens Glück und es hat an diesem Morgen mal nicht geregnet (und auch den Rest der Tour nicht!). In den ersten paar Stunden auf dem Wasser konnten wir diverse Vögel beobachten und unsere Guides sahen auch 2 verschiedene Arten von Echsen, die waren uns aber dann zu schnell wieder weg. 😉 Wir sahen auch einen Adler und 3 Eulen. 🦉 Dann machten wir einen kurzen Zwischenstopp im «Camp» im Dschungel, wo wir unser Bungalow bezogen und eine Tour durch den Dschungel machten. Dort lernten wir viele verschiedene Pflanzen kennen (und vergassen sie auch schon wieder 🥲), die von den lokalen Menschen auch heute noch viel für gesundheitliche Zwecke verwendet wird, von Wundheilenden Blättern bis hin zu pflanzlichem Viagra. 😉 Ausserdem kämpften wir mit ein paar Blutegeln, die sich an unseren Füssen ansaugen wollten. 🫣
Fürs Nachtessen ging es dann noch etwas weiter flussaufwärts mit dem Boot, wo wir direkt am Flussufer auf einem Feuer kochten (bzw. wir sassen ziemlich nutzlos herum und beobachteten die Natur, während unsere Guides kochten). Als es dann dunkel wurde, sahen wir mal wieder Glühwürmchen 😍 und machten uns dann auf den Rückweg ins Camp. Flussabwärts war der Motor abgeschaltet und wir glitten einfach durchs Wasser, was natürlich hilft, wenn man Wildtiere sehen will. Aufgrund der Regensaison hatten wir nicht zu hohe Erwartungen, denn die Tiere kommen hauptsächlich in der Trockensaison in die Nähe des Flusses. Aber Chancen, etwas zu sehen, gibt es natürlich trotzdem. Die Guides suchten mit ihrer Taschenlampe gekonnt die Umgebung ab, und schon bald stoppten wir auch das erste Mal, um eine Eule zu bewundern. Bis zurück ins Camp konnten wir dann diverse Eulen sehen, sowie mehrere Chinese Water Dragons und auch mehrere Sambar Rehe. Die erhofften wilden Katzen sahen wir leider nicht, aber wir sind mit unseren Sichtungen trotzdem zufrieden. 😊Am nächsten Morgen hiess es dann früh aufstehen, um auf dem Rückweg noch den einen oder anderen Vogel zu sehen. Das war leider nicht so erfolgreich, trotzdem war die Fahrt durch den Dschungel in der Morgenstimmung wunderschön. Die ganze Tour war eine tolle Erfahrung und es war auch spannend, mit den Guides zu sprechen und etwas mehr über das Leben der Lao zu erfahren.
Völlig normali Strass in Lao
Die Tour war dann am Mittag bereits zu Ende und es hiess mal wieder warten, bis unsere nächste lange Busfahrt über Nacht nach Luang Prabang anstand. Wir besuchten noch natürliche heisse Quellen und verbrachten den Rest des Nachmittags dann mit Kaffee trinken und lesen. Etwas später als 21:00 Uhr (es hiess, der Bus fährt zwischen 20:00-21:00 Uhr 😂) kam dann ein Minivan an, welcher nebst ein paar Passagieren ausserdem zwei Roller auf dem Dach und zwei Roller im Frachtraum des Minivans geladen hatte. Es waren auch ein paar Leute mehr als Sitze, aber wir hatten Glück und in unserer Reihe sass pro Sitz tatsächlich nur eine Person, zusätzlich aber noch eine Person im Zwischenraum auf einem Schämeli. (Die Busfahrt dauert ja auch nur 12 Stunden, da kann man auch problemlos auf einem Holzschämeli sitzen. 🫣). Kurz erst losgefahren, kamen wir dann auch direkt in eine Polizeikontrolle, aber weder die nicht gesicherte Ladung noch die zu vielen Personen scheinen hier ein Problem zu sein und wir fuhren weiter. (So wirkte es zumindest auf uns, vielleicht zahlten sie auch eine Busse und wir bekamen es einfach nicht mit.) Unterwegs wurden dann zum Glück irgendwann zuerst die Roller im Rückraum ausgeladen und es gab so ein paar Sitzplätze frei, und bei einem weiteren Stopp wurden auch die Roller ab dem Dach geholt. 😁 So sind wir dann tatsächlich auch nach den angegebenen 12 Stunden in Luang Prabang angekommen – und sind froh, keine weiteren langen Busreisen in Laos geplant zu haben!
Heisse Quellen
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