Nach einem gar nicht so langen (aber dafür spätem) Flug kamen wir mitten in der Nacht in Ho Chi Minh City (auch bekannt als Saigon) an. Unser Taxifahrer zum Guesthouse sprach zwar kein Englisch, erzählte uns aber via Google Translate, dass zur Zeit in Ho Chi Minh verschiedene Paraden und Feierlichkeiten stattfinden, da am 30. April das 50-jährige Jubiläum der «Berfreiung» von Vietnam ist. Es wird aber schon fast einen Monat gefeiert und geprobt und die ganze Stadt ist voll mit Vietnam-Flaggen.
Bahn Mi
Wir gönnten uns zum ersten Frühstück natürlich direkt mal ein Banh Mi (welches wir in einem herzigen kleinen veganen Restaurant fanden – von denen es hier in Ho Chi Minh super viele hat). Gestärkt machten wir uns dann zu Fuss daran, die Stadt zu erkunden. Wir besuchten den Ben-Than-Markt, das «Cafe-Apartment» (ein Gebäude, in dem es ganz viele kleine Cafés und Shops hat), die Book Street (eine Strasse voller Bücherläden) und das Kriegsreste-Museum. Das Museum hat Austellungen zu verschiedenen Themen des Vietnamkrieges, was alles sehr interessant und vor allem extrem bewegend war. Besonders mit dem Wissen, dass das alles erst vor 50 Jahren beendet wurde, gingen wir schon etwas bedrückt aus dem Museum hinaus. Trotzdem war es spannend, mehr zu erfahren – bei uns in der Schule z.B. erfährt man ja irgendwie nicht viel zum Vietnamkrieg, weils halt wohl doch zu weit weg ist. 🤔
Market
Putz Roboter
Cafe Apartments
a little snack?
Book Street
Am nächsten Tag ging es dann direkt mit dem gleichen Thema weiter, denn wir machten einen Ausflug in die Cu Chi Tunnel. Dort hatten wir einen sehr coolen Guide, der uns nicht nur vieles über die Cu Chi Tunnel erzählte, sondern auch über die vergangenen und aktuellen Religionen, Kulturen, Verkehrregeln etc.
Die Tunnel selbst waren extrem beeindruckend, allerdings hatte es so viele Touristen, dass wir die Eindrücke irgendwie gar nicht so aufnehmen konnten. Auch gibt es direkt daneben eine Schiessanlage, bei welcher die Besucher der Tunnel schiessen können – und das fanden wir irgendwie komisch, da es bei den Tunneln um den Krieg ging und auch um viele getötete Menschen, und es fühlte sich irgendwie falsch an, dass eine Schiessanlage zum Besuch gehört. Von unserer Gruppe wollte zum Glück auch niemand schiessen und so verliessen wir diesen Teil ziemlich schnell wieder.
Abgesehen davon war es aber sehr spannend, die Tunnel zu sehen und mehr darüber zu erfahren, wie die Viet Cong in den Tunneln gelebt haben und was ihre Angriffs- und Verteidigungstaktiken waren.
Reispapier
Tunnel vom Vietnamkrieg
Unser zweiter Stopp in Vietnam war dann weiter südlich von Ho Chi Minh im Mekong Delta. Dieser Ort ist zum einen berühmt für die schwimmenden Märkte auf den Booten, zum anderen auch für die Natur. Als wir es nach 3h Busfahrt zu unserem Busstopp im Nirgendwo schafften, sahen wir bereits, dass es überall Kokosnuss Palmen hat. Wir wurden dann von unserem Guest House mit Rollern abgeholt und fuhren ca. 10min durch die Landschaft – da haben uns bereits in den Ort verliebt.
Vietnam Coffee
Kokos Milch
Kitchen
Am nächsten Tag machten wir dann einen Abenteuer-Ausflug, bei dem das Ziel war, mehr über die Natur zu lernen, die wunderschöne Natur zu geniessen und zum anderen auch diverse Lebensmittel für das Mittagessen zu sammeln. Der ganze Tag war sehr eindrücklich, was man alles machen kann mit etwas Salz und einer Machete. Wir hatten am Schluss ein komplettes Mittagessen mit Teller, Essstäbchen und Serviette. Ausserdem hatten wir ganz viele Kokosnüsse.😊 Es war auf jeden Fall ein Highlight und würden es sofort wieder machen.
Da wir in dem Guest House 3 Nächte gebucht haben, machten wir am nächsten Tag mit anderen Gästen einen Ausflug zu einer Schokoladen Fabrik. Wir schafften es leider nicht bis zu der Fabrik, da wir mit unseren Velos 4 verschiedene Fähren hätten nehmen müssen, und das nicht ganz wie geplant funktioniert hat. Nichtsdestotrotz hatten wir einen wunderschönen Tag, da es auch einfach schön war, mit dem Fahrrad herumzufahren.
Fähre
Da unsere Rucksäcke noch nicht schwer genug sind, entschieden wir uns, einen Kokosnuss Handicraft Kurs zu besuchen, bei dem wir unsere eigene Schale machen konnten. Alle, die hier im Homestay arbeiten, sind irgendwie Teil der Familie – und der Handicraft Kurs wurde geleitet vom «Grossvater», der abgesehen von «No» eigentlich kein Wort Englisch kann, und uns einfach alles gezeigt hat, wie wir es machen müssen. Es war sehr viel Aufwand, aber war auf jeden Fall schön am Ende das Ergebnis in der Hand zu halten. Um eine Schale herzustellen, hatten wir ca. 2h Arbeit – und hier werden diese dann auf dem Markt oder im Guest House für 0.79 CHF verkauft.